2 Lesedauer

Bretter, die die Logistik bedeuten

Featured Image

Elf Bretter, neun Holzklötze, 78 Nägel – die Bauteile einer Europalette. Was im ersten Moment wenig spektakulär klingt, hat jedoch einen maßgeblichen Einfluss auf die Prozesse in Industrie, Handel und Logistik. Ein Warenverkehr ohne Transporthilfsmittel ist heute nicht mehr vorstellbar. 

Aus diesem Grunde wurden die Gründerväter der Transportpalette sowie die Organisationen EPAL und UIC in die Logistics Hall of Fame aufgenommen. Arnd Stoehr, CMO / CSO, hat als Vertreter der METRO LOGISTICS der feierlichen Zeremonie im KaDeWe Berlin beigewohnt.

Palettenpioniere in Logistics Hall of Fame aufgenommen

Der Erfinder der ersten Transportpalette, George Raymond Sr, sowie der Gründer des CHEP-Poolingsystems, Oliver Richter, wurden Anfang Dezember posthum geehrt und als Palettenpioniere in die Logistics Hall of Fame aufgenommen. Die Logistics Hall of Fame zeichnet international Persönlichkeiten aus, die sich um „die Weiterentwicklung von Logistik und Supply Chain Management außergewöhnlich verdient gemacht haben“. Dies trifft in besonderem Maße auf die Palette als wichtigen Schritt für die Entwicklung der Logistik zu. George Raymond Sr hatte im Jahr 1939 im US-Bundesstaat New York ein Patent für einen hydraulischen Hubwagen sowie die entsprechende Palette aus Holz angemeldet - der Grundstein für das verdichtete und auch einfachere Handling von Gütern war gelegt.

Kreislaufwirtschaft als Weiterentwicklung der Ladungsträger

Die Konzeption des Palettentauschs hat dem Prinzip Palette im Folgenden noch die Krone aufgesetzt. Hier hat der Australier Oliver Richter in den 1960er Jahren den geschlossenen Mietpool für Ladungsträger entwickelt und das heutige Chep-System weltweit eingeführt. Ungefähr zeitgleich hat in Europa die französische Eisenbahngesellschaft UIC (Union Internationale des Chemins de Fer) die Europalette entwickelt, deren Verbreitung, Normierung und Kreislaufwirtschaft daraufhin durch die EPAL, die European Pallet Association e.V, fortgeführt wurde.

Europalette als das Maß aller Dinge

Heute gilt die Europalette, zumindest auf dem europäischen Kontinent, als das Maß aller Dinge. Die Abmessungen von LKWs, Lägern und Regalen, Förderbändern sowie Kartons sind nach dem Format der Europalette - 120 cm Länge, 80 cm Breite und 14,4 cm Höhe – ausgerichtet. Aufgrund dieser normierten Industriestandards lassen sich Waren ohne Platzverschwendung auf Paletten gestapelt transportieren und einlagern – ein einschneidender Schritt für viele Wirtschaftszweige. Aktuell sind etwa 625 Millionen Europaletten im Umlauf, womit das EPAL-Poolingsystem als das größte der Welt gilt.

„Es war mir eine besondere Ehre, bei der feierlichen Aufnahme der Palettenpioniere in die Logistics Hall of Fame anwesend zu sein und bei dieser besonderen Ehrung die METRO LOGISTICS zu vertreten“, schildert Arnd Stoehr, CMO / CSO METRO LOGISTICS, seine Eindrücke vom Event. „Jeden Tag gehen völlig selbstverständlich Tausende Paletten in unseren neun Logistikzentren ein und aus, man betrachtet die Palette und andere Ladungsträger als gegeben. Dabei würde die Logistik ohne sie und auch ohne deren Pooling ganz anders funktionieren.“